4. Technikforum „Energie und Mobilität 2020“ – Batterie- und Speichertechnik, Batteriemanagement und Testsysteme sowie neue Technologien am TCW diskutiert - Landkreis Donau-Ries

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4. Technikforum „Energie und Mobilität 2020“ – Batterie- und Speichertechnik, Batteriemanagement und Testsysteme sowie neue Technologien am TCW diskutiert

01.12.2015: Die Einführung der Elektromobilität und die Umsetzung der Energiewende stehen in Deutschland vor einer Vielzahl an Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Innovative Ansätze und neue Technologien zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung elektrischer Energie sind gefordert. Eine Schlüsselrolle kommt der Entwicklung leistungsfähigerer Batterien zu.

Erfahrungsaustausch beim 4. Technologieforum „Energie und Mobilität 2020: Batterie- und Energiespeichertechnik“ am Technologie Centrum Westbayern (TCW)
Ein aktueller Stand von Forschung und nutzbarer Technik standen daher im Mittelpunkt eines ganztägigen Fachtreffens „Batterie- und Energiespeichertechnik für die Mobilität und Energieversorgung 2020“ am Technologie Centrum Westbayern (TCW), zu dem Prof. Dr. Valerio Conte (Hochschule Augsburg) und Prof Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) mehr als 80 Teilnehmer in Nördlingen begrüßen konnten, darunter Vertreter zahlreicher Forschungs- und Hochschuleinrichtungen sowie mehrere Batterie- und Speicherhersteller aus ganz Deutschland.

Von 10 Gastreferenten wurden neue Technologieansätze (u. a. Lithium Ionen Systeme, Elektrodenmaterialien) beleuchtet. Weitere Themenschwerpunkte bilden die automatisierte Herstellung von Batterien sowie neueste Entwicklungen für die Anwendung reif werdender Produkte, deren Herstellung und die Integration von Batteriesystemen in Produkte des täglichen Lebens wie Werkzeuge, Consumer Elektronik, Fahrzeuge, Maschinen.
Zu Beginn erläuterte Dr. Stefan Meir (VARTA Storage, Nördlingen) den Stand der dezentralen Speichertechnik, wie er in Nördlingen derzeit zur Serienreife gebracht wird. Aktuelle Marktentwicklungen zur Batterietechnik diskutierte im Anschluss Andreas Varesi (TECHNOMAR, München). Dabei gab er einen Verfahrensüberblick über alle derzeit diskutierten Speichertechnologien und bewertet deren Wirkungsgrad sowie deren Erfolgschancen aus Sicht der Unternehmensberatung.

Dr. Christian Danz, Vizepräsident Battery Systems bei Bosch (Stuttgart) zeigte Wege auf, wie die Batterie als Schlüsselkomponente für die Elektromobilität verbessert werden kann. Einen erfolgreichen Start der Elektromobilität sieht er bei Batteriekosten um 150-200 Euro je Kilowattstunde. Derzeit liege man noch bei 250-300 Euro/kWh, sei aber auf einem guten Weg.

Erfahrungswerte aus mehreren Speicherprojekten, bei denen Lithium Ionen Batterie in Großspeicheranordnungen zum Einsatz kommen, beherrschten den Gastvortrag von Susan Palenta (Saft Batterien, Nürnberg). Martin R. Hammer (INVENOX, Garching) hat sich mit Freunden vor etwa eineinhalb Jahren aus der TU München ausgegründet. Sein patentiertes Verfahren zur anforderungsgerechten Modulintegration faszinierte die Teilnehmer.
Ludger Michels (Coatema Engineering, Dormagen) verglich mehrere Technologien zur Herstellung von Batterieelektroden im Rolle zu Rolle Druckverfahren. Vor allem die Gestaltung der Auftragsdüsen sei ein wichtiger Erfolgsfaktor, wie er aus seinen Versuchsreihen ableitete. Stefan Hävemeier (P3 automotive, Stuttgart) stellte Kostenanalysen ins Zentrum seines Vortrags. 75 % der Kosten eines Elektroautos würden immer noch durch die Batterien verursacht, davon wiederum 40 % durch die Produktion und 60 % durch die eingesetzten Materialien. Hier sieht er erhebliches Optimierungspotential.
Simon Schuster (TU München) berichtete über ein neu entwickeltes Ladeverfahren aus der laufenden Batterieforschung, bei dem gezielt Alterungsprozesse verhindert werden. Lebensdaueranalysen beherrschten auch die Präsentation von Nils Stentenbach (Voltavision, Bochum): „Unsere Kunden erwarten volle Performance bis zum letzten Tag!“, sein Rat an die Entwickler.

Elektrische Tests zur Zellsicherheit von Lithium Ionen Batteriepacks standen im Mittelpunkt des abschließenden Vortrags von Stefan Menacher (TÜV SÜD Battery Testing, Garching).
Alle Gäste hatten neben der Möglichkeit zu einem intensiven Erfahrungsaustausch auch die Gelegenheit, einige Schlüsseltechnologien der „Produktion 2020“ live im Institut zu erleben.
Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, die VDI/VDE Bezirksvereine Augsburg und der Cluster Mechatronik & Automation e.V. Lokaler Unternehmenspartner war dieses Mal das Unternehmen Varta Storage GmbH.

Weitere Details im Internet unter www.tcw-donau-ries.de oder auf Anfrage.