Landkreis startet neues Naturschutzprojekt - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Landkreis startet neues Naturschutzprojekt

14.10.2019: In einer Runde aus Vertretern der Trägergemeinschaft Heide-Allianz Donau-Ries, dem Bayerischen Naturschutzfonds, dem Geopark Ries e. V., der Regierung von Schwaben und der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Donau-Ries wurde der Bescheid zum aktuellen Projekt „Abbaustellen im Landkreis Donau-Ries - Von Wunden in der Landschaft zu Naturparadiesen“ übergeben.

Abbaustellen im Landkreis

Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der GlücksSpirale. Den symbolischen Förderscheck übergab der Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds, Georg Schlapp an die Vertreter der Heide-Allianz Donau-Ries und des Geopark Ries e. V.

Projektträger ist die Heide-Allianz Donau-Ries in Kooperation mit dem Geopark Ries e. V. Die Heide-Allianz Donau-Ries wurde 2010 gegründet. Sie bemüht sich seitdem für den Erhalt einer biologischen Vielfalt im Landkreis und konnte bereits mehrere Projekte erfolgreich beantragen, durchführen und abschließen.

Für das aktuelle Projekt hat die Heide-Allianz Donau-Ries mit dem Geopark Ries e. V. einen kompetenten und erfahrenen Partner, der Ziele des Natur- und Umweltschutzes mit der Förderung regionaler Wirtschaftsentwicklung sozialverträglich verbindet und mit der Entwicklung von Geotopen und der Anlage von Besuchersteinbrüchen wie dem „Lindle-Steinbruch“ seit Jahren die Besonderheiten unseres Geoparks herausarbeitet. Dieser wird somit national sowie international bekannt gemacht. Seit dem LIFE Projekt „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal“ ist der Geopark Ries offizieller „Partner der Heide-Allianz“. Auch Führungen mit zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/-innen für Schulen, die interessierte Öffentlichkeit und spezielle Interessensgruppen bietet der Geopark an. Und in der Regional- und Marketinginitiative Geopark Ries kulinarisch finden lokale Produzenten, Veredler und Gastronomen eine Vermarktungsmöglichkeit- auch die Heide-Allianz.

Zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Donau-Ries und der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben konnte ein Projektantrag entwickelt werden, der vom Bayerischen Naturschutzfonds begrüßt und für förderfähig befunden wurde. Das Projekt „Abbaustellen im Landkreis Donau-Ries - Von Wunden in der Landschaft zu Naturparadiesen“ wird bei einer Laufzeit bis Ende 2022 mit rund 485.000,- € gefördert. Als gemeinnützige Stiftung unterstützt der Naturschutzfonds Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft in Bayern. Hierzu Georg Schlapp: „Die Heide-Allianz und ihre Mitglieder sind für uns wichtige Umsetzungspartner; das hat auch schon in früheren Förderprojekten wie den Pfäfflinger Wiesen, dem Biodiversitätsprojekt und der Gebietsbetreuung sehr gut geklappt.“

 

Was aber ist nun so Besonderes an den Abbaustellen?

Landrat Stefan Rößle, der neben Johannes Ruf (Vorsitzender Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e. V. und Rieser Naturschutzverein e. V.) und Alexander Helber (Vorsitzender Bund Naturschutz e. V. Kreisgruppe Donau-Ries) einer der Vertreter der Heide-Allianz Donau-Ries als auch Vorsitzender des Geopark Ries e. V. ist, stellte diese Frage in den Raum und erläuterte:

„Das durch einen Meteoriteneinschlag entstandene Nördlinger Ries ist mit seinen hochwertigen Kalk- und Sandmagerrasen, Flussauen und Eichen-Hainbuchen-Wäldern ein „HotSpot“ der biologischen Vielfalt in Bayern. Verknüpft mit Kalkmagerrasen und Wacholderheiden und teilweise im bewaldeten Bereich finden sich dort viele ehemalige Abbaustellen von Suevit, Sand und Kalkstein. Durch diese räumlich eng begrenzten Sonderstandorte sind die darauf vorkommenden Tier- und Pflanzenarten insbesondere durch Verinselung akut gefährdet.

Durch den Meteoriteneinschlag vor 15 Mio. Jahren findet man im Ries verschiedene Biotoptypen eng nebeneinander. Diese Lebensraum-Vielfalt soll mit diesem Projekt auch weiterhin geschützt werden.“

Die Förderung blütenreicher Extensivflächen im Umfeld der Abbaustellen wird als wichtige Ergänzung für Insekten angesehen. Insbesondere sollen sich blütenreiche Mähwiesen entwickeln, die im Landkreis Donau-Ries sehr selten geworden sind und eine wesentliche ökologische Ergänzung zu den Komplexbiotopen darstellen.

Die Förderung dient auch dem Zweck, die Bereiche dieser ehemaligen Abbaustellen zu Trittsteinbiotopen auszubauen und einen Biotopverbund mit weiteren wertvollen Lebensräumen zu schaffen. Hierfür werden für die Schäferei wichtige Strukturen wie Triebwege und Pferchflächen optimiert und geschaffen.

Die Arrondierung, Anbindung und Abpufferung der Abbaustellen stellt eine zentrale Rolle im Projekt dar. Je nach Lage der Steinbrüche in den Weiderevieren sollen bestehende Weideflächen ergänzt werden, damit auch weiterhin die Beweidung und Pflege dieser Flächen gewährleistet ist.

Neben den Abbaustellen mit Felsspaltenvegetation, Pionier- und Magerrasen sollen auch wasserführende Kleingewässer gefördert und die wertvollen Sand-Lebensräume naturschutzfachlich entwickelt werden.

Auch Anstöße zur Optimierung der Feinplanung bei Abbaustellen und auch eine zukunftsweisende allgemeine Rekultivierungsempfehlung soll aus dem Projekt abgeleitet werden.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Geopark Ries e.V. besteht die Chance Umweltwissen in ein Gesamtkonzept eingebunden zu vermitteln. In den Erlebnis-Geotopen können Besuchergruppen erreicht werden, die keine klassischen Teilnehmer von Umweltbildungsmaßnahmen sind. Weil in den Abbaustellen auf kleinstem Raum verschiedene Biotope ausgeprägt sind, ist die Eignung für die Lehrpfade und für Hinweise zur biologischen Vielfalt besonders hoch.“

Die für das Projekt verantwortlichen Akteure freuen sich auf eine erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens:

Die Verbändevertreter der Heide-Allianz Johannes Ruf und Alexander Helber sowie die Geopark Ries e. V. Geschäftsführerin Heike Burkhardt als auch der Geschäftsführer der Heide-Allianz Donau-Ries, Werner Reissler sind sich einig: „Mit dem Vorhaben wird einerseits die langjährig gute Kooperation des Landkreises mit den örtlichen Naturschutzverbänden fortgesetzt. Aber durch die Kooperation der Heide-Allianz mit dem Geopark in einem konkreten Umsetzungsprojekt kann nun auch ein vielversprechender neuer Weg beschritten werden. Neben den fachbezogenen Umsetzungen sollen durch das Projekt weitere wichtige Themenfelder aus den Bereichen Geologie, Geopark, Natur und Landschaft, Biodiversität sowie die Bedeutung der Beweidung für die Artenvielfalt und das Landschaftsbild noch bekannter gemacht werden.

Theresa Wagner, Werner Reissler (Heide-Allianz Donau-Ries)

 

Kontakt:

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Pflegstraße 2

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