Felsfreistellung am Hüllenloch - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Felsfreistellung am Hüllenloch

12.01.2016: Die Felsfreistellung am Harburger Hüllenloch, die im Rahmen des LIFE+ Projektes Heide-Allianz im Dezember 2015 durchgeführt wurde, ist zunächst abgeschlossen. Nun sind die Felsen am Wörnitzdurchbruch „Hüllenloch“ wieder in ihrer gesamten Vielgestaltigkeit erlebbar.

Foto: Weiß
Das Hüllenloch besticht durch 20 bis 40m hohe senkrechte Felswände, in denen eine große Karsthöhle mit einem Treppenaufgang zugänglich ist. Bizarre Formen bilden die freigelegten Karstschlotten: senkrechte Hohlformen, die vom Wasser in dem wasserlöslichen Kalkstein ausgewaschen wurden. Die Karsthöhle im Fels ist sogar mit einer Sage verbunden, der zufolge ein untreuer Schäfer hier mit seiner Herde einst Unterschlupf fand. Seine Herde tauschte er gegen eine Kiste Gold ein und sitzt seither gebannt im Hüllenloch fest. Der Gedanke an Gold drängt sich geradezu auf, angesichts der güldenen Farbe des Gesteins.
Im Rahmen des LIFE-Projektes wurde der Gehölzaufwuchs vor und in der 400 m langen Felswand weitgehend auf einer Strecke von rund 200 m entfernt. Die Pflege in der Felswand fördert die typischen Felsbewohner, die hier nur noch ein suboptimales Auskommen hatten. Nun können sich der Berg-Lauch, der Weiße Mauerpfeffer und der Trauben-Gamander wieder im vollen Sonnenlicht entfalten. Die typische Felsspaltenvegetation wird gefördert. Auch seltene Flechten und Moose, die auf starke Sonneneinstrahlung und Hitze angewiesen sind, können sich nun wieder entfalten bzw. ansiedeln.

Die Felsbrüter wie Uhu und Wanderfalke können die Felswand wieder im freien Anflug erreichen. Der noch mit Gehölzen bestandene Abschnitt diente während der Fällarbeiten als Rückzugsraum.
Die Arbeiten an den Felsen gestalteten sich nicht ganz unkompliziert. Wegen des brüchigen Felsen mussten die Gehölzarbeiten mit einem Hubsteiger mit einem 48m langen Greifarm ausgeführt werden.
Damit die Felswand auch aus der Ferne erlebbar ist, wurde zur Straße hin ein Sichtfenster in den Gehölzbestand geschnitten. Die Sägearbeiten mussten mit den Arbeiten um den Harburger Tunnel synchronisiert werden, da der Umleitungs- und Ausweichverkehr weiterhin ungehindert fließen sollte.

Im Herbst 2016 sollen in einer Nachpflege die Gehölze am Fuß der Felswand noch einmal zurückgenommen werden. Ob der marode Verbau am Fuß der Felswand, der heute funktionslos ist, zurückgebaut wird, wird derzeit geprüft. Die ästhetische Wirkung der Felsen könnte so deutlich gesteigert und ein natürliches Landschaftsbild wieder hergestellt werden.
Die Freistellung der Hüllenlochfelsen ist ein Teil des LIFE+ Projektes, das noch bis zum Sommer 2018 läuft und in dessen Rahmen auch schon die stadtnahen Felsen am Wedlbuck freigelegt wurden. Weiterhin wurden auf insgesamt ca. 50 ha Wacholderheiden rund um Harburg aufkommende Sträucher zurückgenommen. Für den Winter 2016 sind hier weitere Pflegearbeiten, vor allem am Bock und um die Wöllwarthfelsen geplant.