Impfschutz statt Masern-Erkrankung: Masern - keine harmlose Kinderkrankheit - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Impfschutz statt Masern-Erkrankung: Masern - keine harmlose Kinderkrankheit

13.04.2016: Das Gesundheitsamt rät im Rahmen der am 18. April beginnenden Bayerischen Impfwoche zur Überprüfung des Impfstatus. Schwerpunkt soll in diesem Jahr die Vollständigkeit der Masern-Impfungen sein. Impfberatungen finden in Arztpraxen, an den Gesundheitsämtern und in Apotheken statt.

Impfung
Spritze
Jugendliche und junge Erwachsene sind oft nicht ausreichend gegen Masern geimpft und erkrankten in den vergangenen Jahren gehäuft. Auch im Landkreis Donau-Ries kam es zu Masernerkrankungen in Schulen. Wer sich gegen Masern und andere Krankheiten impfen lässt, schützt sich und andere. Die Entscheidung für das Impfen ist damit keine Privatsache, sondern im Interesse der Gesundheit vieler, vor allem derer, die nicht geimpft werden können. Das sollten auch Impfgegner bedenken. Die Bayerische Impfwoche verfolgt das Ziel, die Menschen vom Nutzen der Impfung zu überzeugen, vergessene oder übersehene Impfungen nachzuholen und Impflücken zu schließen.

In Bayern stieg in den vergangenen Jahren der Anteil von Erwachsenen bei den Masernerkrankungen. Beim letzten größeren Masernausbruch im Jahr 2013 erkrankten bayernweit über 780 Personen. Fast die Hälfte waren 18 Jahre oder älter. Von diesen mussten 50 % mit Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahlen zeigen: Auch Erwachsene erkranken schwer an Masern.
Masern gehören zu den ansteckendsten Viruskrankheiten. Weltweit sind Masern eine führende Todesursache bei Kindern, obwohl seit 40 Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. 2003 starben weltweit mehr als eine halbe Million Menschen an Masern – meist Kinder. Nach Angaben der WHO sank die Zahl der Todesfälle bis 2014 auf 114 900 Todesfälle – ein großer Erfolg der Impfung.

Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen. Während dieser Zeit und schon einige Tage vorher kann sie auf andere über Sprechen, Husten und Niesen als Tröpfcheninfektion übertragen werden. Nach einigen Tagen entwickelt sich der typische Ausschlag. Masern führen zu einer vorübergehenden Immunschwäche, die das Entstehen anderer Krankheiten begünstigt.

Impfen schützt
Die gut verträgliche Impfung (2 Impfungen sind notwendig, vorrangig in Kombination mit Mumps und Röteln) schützt zuverlässig vor Masern und den gefürchteten möglichen Komplikationen. Bei vor 1970 geborenen Personen wird von einer bestehenden Immunität gegen Masern ausgegangen; sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern in der Kindheit durchgemacht.

Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, sollten dringend ihren Masernimpfschutz überprüfen lassen: Wenn dieser Personenkreis gar nicht oder nur einmal im Kindesalter geimpft wurde, sollte die Impfung nachholt werden.

Das gleiche gilt bei unbekanntem Impfstatus, z.B. wenn der Impfausweis nicht mehr aufzufinden ist. Eine Impfung verhindert auch die Verbreitung des Virus und damit die Ansteckung anderer. Dies ist besonders wichtig für den Schutz von Säuglingen, die frühestens erst ab dem 9. – 12. Lebensmonat geimpft werden können, aber oft schon zu diesem Zeitpunkt in Tagesstätten aufgenommen werden. Sie können nur durch eine hohe Durchimpfungsrate in ihrer unmittelbaren Umgebung wirksam vor der Erkrankung geschützt werden. Gerade diese kleinen Kinder erleiden oft folgende schwere Komplikationen bei einer Masernerkrankung: Mittelohrentzündungen, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und als schlimmste Komplikation die einige Jahre nach der Masernerkrankung auftretende Hirnzersetzung, die immer tödlich verläuft. Ca. 1 von 1000 Masernerkrankungen endet mit dem Tod.

Ziel ist die deutschlandweite Ausrottung der Masern. Dies ist in Nord- und Südamerika bereits gelungen; einige europäische Länder sind inzwischen nahe am Ziel. Mit einer hohen Durchimpfungsrate könnten die Masern - wie früher die Pocken - bald der Vergangenheit angehören. Für eine erfolgreiche Ausrottung der Masern ist eine Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 95 % erforderlich. Im Landkreis Donau-Ries waren im Jahr 2015 91,3 % der Vorschulkinder und 91,8 % der Sechstklässler 2x gegen Masern geimpft.

Durch das neue Präventionsgesetz und Änderungen im Infektionsschutzgesetz ist seit Kurzem vorgeschrieben, dass Kinder bei Aufnahme in eine Tagesstätte eine ärztliche Bescheinigung vorlegen müssen, wonach eine Impfberatung gemäß den Richtlinien der Ständigen Impfkommission (STIKO) erfolgt ist. Die Gesundheitsämter erhielten zudem die Möglichkeit, bei Auftreten von Masern in Gemeinschaftseinrichtungen auch ohne vorangehende einzelne Ermittlungen nicht geschützte Personen vorübergehend von den Schulen oder Kindergärten auszuschließen.


Der Spot „Masern – keine harmlose Kinderkrankheit“ läuft in nahezu allen größeren Kinos in Bayern und sensibilisiert für das Thema.
Weitere Informationen finden Sie unter www.schutz-impfung-jetzt.de