Landratsamt lehnt Genehmigung für Windräder bei Wallerdorf ab - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Landratsamt lehnt Genehmigung für Windräder bei Wallerdorf ab

06.03.2015: Das Landratsamt Donau-Ries hat den Genehmigungsantrag der Firma Vensol für die Errichtung von drei Windrädern bei Wallerdorf abgelehnt. Ausschlaggebend dafür war, dass bei den geplanten Standorten Vor-kommen der streng geschützten Vogelarten Rotmilan, Schwarzmilan, Baumfalke und Wespenbussard nachgewiesen wurden. Diese Arten gel-ten als besonders anfällig für Schlagschäden durch Windräder.

Windrad Bild: © Petra Bork / PIXELIO
Die im November 2014 in Kraft getretene 10-H-Regelung, also die Regelung, die für Windräder einen Mindestabstand vom 10-fachen ihrer Höhe zu Wohnbebauung vorsieht, hat für die Ablehnung dagegen keine Rolle gespielt.

Besondere Bedeutung für artenschutzrechtliche Prüfung hatten die Be-obachtungen und Videoaufzeichnungen einer Gruppe von Bürgern aus Wallerdorf. Sie hatten der Genehmigungsbehörde rund 160 Gigabyte Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Die Aufzeichnungen, die zahlreiche Flugbewegungen der geschützten Tiere detailliert dokumentierten, haben sowohl die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt als auch die höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben davon überzeugt, dass ein Bau der Windräder ein erhebliches Tötungsrisiko für die Vögel mit sich brächte. In einem solchen Fall verbietet das Bundesnaturschutzgesetz eine Genehmigung.

Das letzte Wort dürfte in dieser Sache jedoch noch nicht gesprochen sein. Die Betreiberfirma, deren Gutachter ein kleineres Artenspektrum und geringere Aufenthaltszeiten im Gefahrenbereich ermittelt hatten, bezweifelt die Aussagekraft der Daten der Bürger und hat bereits eine entsprechende Klage vor dem Verwaltungsgericht angekündigt.