BAMF-Präsident Dr. Manfred Schmidt zu Besuch in Mündling - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

BAMF-Präsident Dr. Manfred Schmidt zu Besuch in Mündling

18.05.2015: Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) referierte über die aktuelle Asyl-Situation in Deutschland. 

BAMF-Präsident
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Um die ständig steigenden Zahlen neuer Asylanträge bewältigen zu können, sollen an der in Nürnberg angesiedelten Bundesbehörde bis zu 2.000 neue Stellen geschaffen werden. „Und trotz des vollen Terminkalenders fand sein Leiter den Weg zu uns in den Landkreis, um über die aktuellen Entwicklungen zu referieren“, begrüßte Landrat Stefan Rößle Dr. Schmidt am vergangenen Mittwoch in der Gaststätte „Zum Brui“ in Mündling. Dieser war der Einladung des CSU Ortsverbandes Harburg, sowie des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit in den Harburger Stadtteil gefolgt.

Neben den anwesenden politischen Vertretern um Landrat Stefan Rößle, MdL Wolfgang Fackler, Bezirksrat Peter Schiele und einigen Bürgermeistern und Gemeindevertretern, nutzten auch zahlreiche Bürgerinnen und  Bürger die Gelegenheit sich aus erster Hand über die viel diskutierte Asyl-Thematik zu informieren.

Der Landrat betonte in seiner Ansprache die Schwierigkeit der Situation und die Herausforderung Unterkünfte für die im Landkreis ankommenden Asylbewerber zu finden. Er betonte:  „Es ist unsere Pflicht Menschen, welche ihre Heimat aufgrund politischer Verfolgung verlassen müssen, zu helfen“, ehe er in Richtung des Bundesamts-Präsidenten appellierte: „Hierfür ist es aber auch nötig eine schnelle Bearbeitung zur Klärung der Situation zu ermöglichen – immerhin werden viele der Asylsuchenden nicht dauerhaft bleiben können.“

Der Präsident des Nürnberger Bundesamtes informierte zunächst über die aktuelle Situation in Deutschland: „Im Jahr 2007 wurden in der Bundesrepublik 19.700 Asylanträge gestellt – im laufenden Jahr setzen wir die aktuelle Prognose bereits auf mehr als 400.000 an. 2014 wurden EU-weit etwa 626.000 Asylanträge gestellt. In absoluten Zahlen nahm Deutschland dabei mit 202.000 die meisten Menschen auf, mit Blick auf seine Bevölkerung aber weit weniger als europäische Nachbarn wie Schweden oder auch Österreich.“

Neben Zahlen und Fakten äußerte sich Dr. Schmidt auch zu den aktuellen und Herausforderungen seiner Mitarbeiter: „Während den Anträgen von aus Syrien und Eritrea stammenden Menschen zu mehr als 90 % stattgegeben wird, müssen wir Anträge Kosovarischer Staatsbürger in 99,9 % aller Fälle ablehnen.“

„Um den zuletzt rasant steigenden Zahlen der Anträge aus dem Westbalkan entgegenzuwirken, haben wir die Bearbeitung dieser Fälle stark beschleunigt und die hohen Ablehnungsquoten auch medienwirksam in den entsprechenden Ländern bekannt gegeben“, berichtete der Präsident des Bundesamtes.

Offenbar zeigte diese Vorgehensweise Wirkung: „In Folge der beschleunigten Bearbeitung konnten wir einerseits einen deutlichen Rückgang der Anträge aus dem Kosovo verzeichnen – andererseits stiegen in der Folge die Zahlen von Anträgen aus Albanien stark. Darüber hinaus verzögert eine solche Priorisierung die Abarbeitung von Anträgen aus anerkannten Kries- und Flüchtlingsregionen.“

Sowohl Landrat Stefan Rößle, als auch Dr. Manfred Schmidt betonten die große Bedeutung einer Verbesserung der Situation in den betroffenen Staaten, um eine nachhaltige Verbesserung der aktuellen Entwicklungen erreichen zu können.