Vorerst keine Bahnreaktivierung zwischen Wassertrüdingen und Nördlingen - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Vorerst keine Bahnreaktivierung zwischen Wassertrüdingen und Nördlingen

02.02.2015: Neueste Prognose vorgestellt – Grenzwert wird nicht erreicht

Nördlingen/Unterschwaningen (pm). Die Bahnstrecke zwischen Wassertrüdingen und Nördlingen wird vorerst nicht reaktiviert. Auch bei der jüngsten Fahrgastpotenzialberechnung wurde der geforderte Grenzwert von einer durchschnittlichen Auslastung von 1000 Reisenden pro Werktag nicht erreicht. Dies wurde am Mittwoch beim Treffen der Arbeitsgruppe zur Reaktivierung der Bahnlinie Gunzenhausen – Wassertrüdingen bekannt gegeben.

Nachdem Innenminister Joachim Herrmann im Sommer vergangenen Jahres die Reaktivierung des Streckenabschnitts zwischen Gunzenhausen und Wassertrüdingen in Aussicht gestellt hatte, wurde seitens der betroffenen Kommunen im Landkreis Donau-Ries gefordert, für den südlichen Streckenabschnitt nochmals das Fahrgastpotenzial zu ermitteln.

Als Gründe wurden u.a. die positive Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung im Landkreis Donau-Ries genannt. Außerdem sollte bei der neuen Prognose ein möglicher Knoten am Bahnhof Nördlingen mit optimalen Umsteigebeziehungen zwischen Ries- und Hesselbergbahn zugrunde gelegt werden. Dies würde zusätzliche infrastrukturelle Maßnahmen erfordern. Tilman Gänsler vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg stellte bei der Sitzung die von den Kommunen gelieferten Zahlen vor und erläuterte ausführlich, welche weiteren Faktoren bei der Berechnung berücksichtigt wurden.

Letztlich wurde trotz überaus positiver Zahlen aus dem Landkreis Donau-Ries mit 960 Reisenden pro Werktag der geforderte Schwellenwert einer durchschnittlichen Auslastung von 1.000 Reisenden nicht erreicht. Dies ist aber eine der Grundvoraussetzungen für die Zusage des Freistaates, einen Bahnbetrieb auf einer Strecke zu finanzieren. Für die Berechnung hinsichtlich der künftigen wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung wurden jeweils die optimistischsten Szenarien verwendet. Insgesamt erhöhte sich das Fahrgastpotenzial hierdurch von zuvor durchschnittlich 830 auf 960 pro Werktag. Der Schwellenwert 1.000 wird dennoch nicht erreicht.

Die Vertreter aus dem Landkreis Donau-Ries – stellvertretender Landrat Reinhold Bittner, Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul und Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner – betonten übereinstimmend, dass sie die vorgestellten Zahlen so zur Kenntnis nehmen würden. Faul stellte nochmals klar, dass es ihm wichtig gewesen sei, dass für den südlichen Streckenabschnitt die gleichen Vorgaben zugrunde gelegt wurden wie für den Nordabschnitt. Dies sei nun erfolgt. Er und Petra Wagner erklärten, dieses Ergebnis nun zunächst den zuständigen Stadtratsgremien vorstellen zu wollen.