7. Spezialforum „Innovation 2020“ am Technologie Centrum Westbayern: Zukunftsszenarien, Technologiefelder bewerten, Marktchancen erkennen - Landkreis Donau-Ries

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7. Spezialforum „Innovation 2020“ am Technologie Centrum Westbayern: Zukunftsszenarien, Technologiefelder bewerten, Marktchancen erkennen

02.02.2015: Fachtagung mit Best Practice Umsetzungsbeispielen renommierter Firmen

Neue Ideen, Produkte, Verfahren und Dienstleistungen - Innovationen - sind das Wachstumspotential und die Zukunftssicherung für Unternehmen. Dieser rote Faden zog sich durch 7 hochkarätige Gastreferate beim 7. Spezialforum „Innovation 2020“ am Technologie Centrum Westbayern (TCW). Themenschwerpunkte waren Zukunftsszenarien, neue Märkte und potentialträchtige Technologiefelder und deren Erschließung durch ein effizientes Innovationsmanagement.

„Erfolgsfaktoren des Innovationsmanagements sind eine gründliche Marktbeobachtung, ein funktionierendes Ideenmanagement, eine sorgsame Beobachtung von Trends und Mitbewerbern, gelebte Innovationsprozesse, der intensive Austausch mit Kunden und Lieferanten sowie das rechtzeitige Erkennen ihrer Bedürfnisse“, führte Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) in das Thema ein. Wie man seine Innovationsfähigkeit wirksam steigert, sich Innovationen systematisch erarbeitet, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen gestaltet, Marktchancen rechtzeitig erkennt, stand im Mittelpunkt der Gastvorträge.

Dr. Bruno Scherb (Schaeffler, Herzogenaurach) wies auf die besonderen Potentiale branchenfremder Innovationsideen hin, die mittels „Cross-Industry Innovation“ erschlossen werden und helfen, die eigene Betriebsblindheit zu überwinden. Systematisch werden dabei Technologien und Lösungsansätze aus anderen Anwendungsfeldern identifiziert und nutzbar gemacht.

Dr. Carsten Malischewski (HP Enterprise Services, Böblingen) widmete sich dem Megatrend „Digitalisierung“ aus der Sicht der IT und Softwareentwicklung und berichtete über erste Erfahrungswerte im Forschungsverbund „Virtual Fort Knox“.

Dr. Ruediger Bauer zeigte auf, wie er bei Roche Diagnostics (Penzberg) sich an neue Technologiefelder heranwagt. Ganz wichtig dabei: „Am Anfang muss das Problem vollständig erfasst und verstanden sein, bevor wir mit verschiedenen Methoden Neuentwicklungen vorbereiten.“

Zehn Erfolgsfaktoren der Technologiefrüherkennung erläuterte im Anschluss Markus Wellensiek (Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, Aachen). „Wir müssen uns frühzeitig und möglichst treffsicher ein Bild von den Chancen und Risiken einer Innovation verschaffen, um den Markterfolg nicht zu verpassen.“

Christian Bruch, Innovationsmanager bei SGL Carbon (Meitingen) zeigte auf, wie im Spannungsfeld zwischen betrieblich erforderlichen Prozessen und kreativen Freiräumen Innovation gelingen kann. Ganz wichtig dabei: „Sie müssen Begeisterung für Veränderung in Ihren Innovationsteams wecken und wertvolle Netzwerke für den Erfahrungsaustausch aufbauen“, rät Bruch.

Joachim Häring (Federal-Mogul, Wiesbaden) berichtete aus der Praxis. „Gleitlager sind beileibe nicht mehr nur ein gebogenes Blech. Wir brauchen Werkstoffinnovationen, um am Markt bestehen zu können“, erläutert Häring, bevor er an mehreren Praxisbeispielen dies verdeutlichte.

Einen Blick in die Zukunft der Produktion – die Industrie 4.0 – wagte Daniel Schütz (TU München, Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme). Er zeigte, wie die Digitalisierung der Produktionsanlagen in Kürze Realität wird am Beispiel der Modellfabrik „My Joghurt“. Deutlich wurde dabei, wie nahe bereits die unter dem Fachbegriff „Internet der Dinge“ vorangetriebene Verschmelzung der Informatik, der Produktions-IT und der Fertigungsautomation einer Umsetzung in der produzierenden Industrie ist. Die Modellanlage, die er vorstellte, nutzt bereits cyber-physische Produktionssysteme an mehreren Hochschulstandorten und nutzt hierbei eine agentenbasierte Vernetzung von verschiedenen Produktionsanlagen unterschiedlicher Hersteller.

Zwischen den Vorträgen blieb Zeit für engagierte Diskussionen. Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, die VDI/VDE Bezirksvereine Augsburg und der Cluster Sensorik Mechatronik & Automation. Weitere Informationen im Internet unter www.tcw-donau.-ries.de.

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