11. Technikforum „Industrielle Bildverarbeitung“ - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

11. Technikforum „Industrielle Bildverarbeitung“

09.03.2015: Optische Prüfsysteme, Kameras und Laserscanner sind eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Automation von Fertigungseinrichtungen der Produktion 2020 - der Produktionstechnik der Zukunft.

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Aktuelle Neuerungen der Kameratechnik, neue Einsatzgebiete für die 3D Bildverarbeitung in Robotik und Echtzeit Qualitätskontrolle standen im Mittelpunkt des elften Anwendertreffens zur industriellen Bildverarbeitung am Technologie Centrum Westbayern (TCW), das von 8 Gastreferenten aus Forschung und industrieller Praxis gestaltet wurde. Parallel dazu wurden anschaulich aufbereitete Praxisbeispiele im Rahmen einer gemeinsam gestalteten Produktschau im Foyer und im TCW Labor vorgestellt.

Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW), selbst in Entwicklungsprojekten zur Bildverarbeitung tätig, führte zu Beginn in das Thema ein: „Die Bildverarbeitung verlässt die Fläche. 3D Anwendungen und optische Prüfsysteme sind feste Bestandteile der Produktionsanlagen. Roboter werden zu sehenden Arbeits- und Prüfmaschinen“, so sein Weckruf und Fazit.

Michael Scheffler (Carl Zeiss Industrielle Messtechnik, Oberkochen) berichtete über die „Inline“ Messtechnik mit Industrierobotern. Darunter versteht man hochpräzise Prüfmessungen, die in der Fertigungslinie erfolgen, ohne dabei den Fertigungstakt zu beeinträchtigen. Neu zum Einsatz kommt bei ihm ein Multisensor Messkopf – ein Sensor, der gleichzeitig mehrere Auswerteverfahren und Beleuchtungssysteme nutzt.
Dr.-Ing. Dirk Berndt (Fraunhofer IFF, Magdeburg) berichtete über neue Entwicklungen in der For-schung. Als Anwendungsbeispiel wählte er die Roboter geführte optische Vermessung von Luftfahrtbauteilen und erläuterte daran die Vorgehensweise für die modellbasierte Prüfung von Fertigungsschritten in der Montage.

Hubert Lechner (Steinbichler Optotechnik, Neubeuern) stellte neueste Anwendungen aus der industriellen Praxis vor. Mit acht Robotern gelingt es ihm, in einem Presswerk Karosserieteile für die Automobilproduktion im Sekundentakt hochgenau zu vermessen und kleinste Bearbeitungsfehler frühzeitig vor der kostenintensiven Lackierung zu entdecken.
Einsatzmöglichkeiten von 3D Bildmesssystemen bei der Prüfung von Stoßfängern und Automobil-fronten stellten Christian Vollrath (attentra GmbH, Tübingen) und Dieter Schellmann (Leuze electronic, Owen) in den Mittelpunkt ihres Gastbeitrags.
„Roboter benötigen zur Bewegungskontrolle sechs Freiheitsgrade“, erläuterte Uwe Furtner (MAT-RIX VISION, Oppenweiler) und erklärte damit seine Motivation, eine neue 6D Wahrnehmungskamera zu entwickeln, die in Kürze am Markt angeboten wird.
Die Schattenwurftechnik (Shape from Shadeing) erläuterte anschließend Thomas Erb (Xactools GmbH, Lauffen). Sie ermöglicht kleinste Formabweichungen in Freiformteilen im Bereich weniger Tausendstel Millimeter hervorzuheben und mit Kameramesstechnik zuverlässig zu erfassen.

Karl-Ludwig Schinner (Opdi-Tex GmbH, Eresing) stellte abschließend innovative Zeilenkameras vor, die über ganze Förderbänder hinweg Werkstücke hochgenau und berührungsfrei vermessen. Dabei spezialisiert er sich auf Anwendungen in der Lebensmittelverpackung und Textilindustrie.

Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, der Verein deutscher Ingenieure (VDI) und der bayerische Innovationscluster Mechatronik & Automation e. V.
Weitere Informationen im Internet: www.tcw-donau-ries.de.