Bayernweite Aktion: Diabetes bewegt uns - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Bayernweite Aktion: Diabetes bewegt uns

04.05.2014: Junger Rieser bewegte die Menschen.

Das Schicksal des jungen Riesers, der im letzten Jahr die Dialyse abbrach und sich ins Hospiz begab, bewegte viele Menschen, auch über unseren Landkreis hinaus. Der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist die häufigste Ursache für schwerwiegende Nierenerkrankungen bis zur Dialyse oder Transplantation, die immer mit erheblichen Einschränkungen im Alltag einhergehen.


​Diabetes Typ 2 ist eine der häufigsten Zivilisationserkrankungen unserer Zeit. In Bayern werden lt. dem aktuellen Bayerischen Diabetesbericht derzeit ca. 1.000.000 Menschen wegen eines Diabetes mellitus behandelt. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer von 200.000 bis 400.000 Personen, die an Diabetes erkrankt sind, es aber noch nicht wissen. Die Folgekosten werden weiter ansteigen.

 
Im Landkreis Donau-Ries leiden ca. 10.300 Menschen an bekanntem Diabetes mellitus. Bei der größten Landkreis-Krankenkasse, der AOK sind 5.500 Versicherte mit Diabetes mellitus Typ 2 und 260 Versicherte mit Typ 1 registriert. Die Behandlung eines Diabetes mellitus Typ 2 ohne Komplikationen verursacht jährliche Zusatzkosten von 600 €, bei Komplikationen kommen zusätzlich 1.300 € und beim diabetischen Fuß jährlich pro Patient 2.100 € hinzu. Bei Nierenversagen entstehen Dialysekosten von 42.000 €.

 
Daher wollen das bayerische Gesundheitsministerium und das Landratsamt Donau-Ries das Thema Diabetes in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rücken und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger Bayerns erreichen.

 
Viele Kinder und Jugendliche bewegen sich heutzutage weniger als früher, statt Spielen im Freien wird jetzt häufig ein Großteil der Freizeit vor dem Bildschirm verbracht. Die hierdurch früh gebahnten Folgen eines kontinuierlichen Bewegungsmangels lassen einen künftig erheblichen Anstieg der Gesundheitskosten befürchten.

Die genetische Veranlagung zur Zuckererkrankung und die Entstehung des Typ 1 sind nicht beeinflussbar, ändern können wir aber Maßnahmen im sozialen Umfeld und das eigene Verhalten bezüglich Ernährung, Bewegung und Vermeidung von Diabetes-Folgeschäden an Nieren, Herz, Gehirn, Augen und Gefäßen. Je früher mit der Prävention begonnen wird, umso besser ist der Verlauf einer Zuckererkrankung zu beeinflussen.
Zucker ist für Blutgefäße wie Salz für das Auto.

Gefäßschäden beginnen schon in der Prä-Diabetes-Phase, also noch vor den ersten Symptomen einer Zuckererkrankung.
Diabetes 2 ist durch einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung häufig vermeidbar. Aber auch bereits Erkrankte können durch eine frühe Diagnose, gute Therapie und ein erfolgreiches Selbstmanagement sowie Lebensstiländerung Spätschäden von Diabetes Typ 2 verringern.

 
Das Landratsamt Donau-Ries – Gesundheitsamt – veranstaltet mehrere Aktionstage und Abendvorträge zum Thema "Diabetes bewegt uns" in Donauwörth und Nördlingen mit Blutzuckermessungen, Beratungen und Vorträgen: siehe Download unten