Anteil erneuerbarer Energien enorm gestiegen - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Anteil erneuerbarer Energien enorm gestiegen

04.02.2014: Erste Zwischenergebnisse werden vorgestellt.

Das Bild zeigt von links Günther Zwerger, Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung am Landratsamt Donau-Ries, Heike Burkhardt, Energiebeauftragter des Landkreises Donau-Ries, Landrat Stefan Rößle, Dr. Serafin von Roon, Geschäftsführer der FfE GmbH, Corinna Steinert, FfE GmbH
Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft
Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern wurde seit 2007 um 75 Prozent gesteigert. Und im Landkreis Donau-Ries gibt es eine beispielhafte Netzwerkarbeit in Sachen Energie. Das sind zwei Erkenntnisse aus den bisherigen Erhebungen und Arbeiten zum Energienutzungsplan, den die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE) derzeit im Auftrag des Landkreises erstellt. Landrat Stefan Rößle und Dr. Serafin von Roon, Geschäftsführer der FfE GmbH, stellten im Landratsamt jetzt erste Zwischenergebnisse vor.

FfE hatte in den vergangenen Monaten den energetischen Ist-Zustand erhoben und eine Potenzialanalyse für den Einsatz Erneuerbarer Energie sowie für Energieeffizienz und Energieeinsparung durchgeführt. Außerdem gab es einen Workshop, bei dem Maßnahmenmöglichkeiten zur Erreichung der Energieziele erarbeitet wurden. Dabei eingebunden waren auch die Mitglieder des Energie-Forums sowie der Energie-Allianz, die sich im Landkreis Donau-Ries seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Energie beschäftigen, wie  Heike Burkhardt, Energiebeauftragte des Landkreises, in ihrem Rückblick ausführte. Sie erinnerte auch an das Energie-Leitziel 20/20/20 des Kreises und an die guten Rahmenbedingungen, u.a. durch die Energie-Beratung und die Investitionen bei den kreiseigenen Liegenschaften. 

 

Dank der Erhebungen von FfE liegt nun der Gesamtenergieverbrauch für 2012 vor – einschließlich des Wärmeverbrauchs aus der Industrie und dem Verkehr. Wichtige Erkenntnisse aus den nun vorliegenden Zwischenergebnissen sind für Landrat Stefan Rößle, dass der  Gesamtstromverbrauch in den letzten fünf Jahren gestiegen ist, allerdings unterschiedlich stark in Industrie und Privathaushalten. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern legte um 75 % zu – vor allem durch Zubau an Solaranlagen und Biomasseanlagen. Der Landkreis Donau-Ries führt im Vergleich zum Bundes- und Landesdurchschnitt mit Abstand beim Anteil Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern und ist bereits nahezu autark, freut sich Landrat Rößle: "Der Zubau an Wärmenutzung bei den Biogasanlagen war und ist enorm." In Summe liege die Wärmeerzeugung derzeit bei rund 117 Gigawattstunden, das entspricht 10% des Wärmeverbrauchs von Privathaushalten des Jahres 2012. Wie sich gezeigt hat sind die Handlungsmöglichkeiten bei den kreiseigenen Liegenschaften mit weit unter einem Prozent am Gesamtenergieverbrauch sehr beschränkt, bestätigt Landrat Rößle.

 

Weitere wichtige Erkenntnisse aus den Erhebungen von FfE sind für Rößle, dass zwischen 2007 und 2012 5,4 Millionen Euro Bundeszuschüsse über die BAfA (Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle) an Privathaushalte im Landkreis flossen. Dazu kommen KfW- und LfA-Darlehen für Privathaushalte und Industrie, die hier nicht berücksichtigt sind.

Das Energie-Leitziel des Landkreises kann nun auf Grund der neuen Datenlage neu formuliert werden. Die Gesamtbilanz zeigt: Der Anteil der Erneuerbaren Energieträger ist bereits jetzt fast erfüllt und wird somit bis 2020 übererfüllt, beim Einsparen aber gibt es Defizite. Sehr gut funktioniert hat bei der Datenerhebung die Zuarbeit aus dem Netzwerk, so sein Resümee. Die Einbindung der Netzwerk-Partner aus Energie-Forum und Energie-Allianz von Beginn an habe sich sehr bewährt. Der Erfolg der Energiewende hänge letztendlich aber sowohl von bundes- wie landespolitischen Vorgaben und Gesetzgebungen sowie dem gesamtgesellschaftlichen Willen und der Bereitschaft sowie der Möglichkeit zu Investitionen ab. "Der Landkreis kann Motor und Prozesssteurer und Begleiter sein", betont Landrat Rößle, "die Umsetzung liegt bei der Industrie wie bei den Privathaushalten und bei der öffentlichen Hand als Vorbild."

 

Dass das Energie-Leitziel 20/20/20 vermutlich so nicht komplett erfüllt werden kann, belegte Dr. Serafin von Roon von FfE mit Zahlen. So wurden drei Szenarien entwickelt, wie sich Strom und Wärme einsparen lassen. Selbst bei Szenario 3 "Erhöhte Technikeffizienz kombiniert mit umweltbewussten Handeln" ließen sich bis 2020 maximal  9,2 Prozent Storm und Wärme einsparen. Ziel waren 20 Prozent. Dazu aber müsste bei Strom beste verfügbare Technik bei Neuanschaffung oder Ersatz von Geräten sowie eine  bewusstere und sparsamere Nutzung von Energie und bei  Wärme die Verdopplung der Sanierungsquote mit Sanierung nach Vorgaben an den Neubau erreicht werden. Geht man von einem Kontinuitäts-Szenario aus, wird der Bedarf an Strom und Wärme im Landkreis bis 2020  in etwa gleich bleiben.

Potenziale sieht FfE trotz des bereits Erreichten noch bei den Erneuerbaren Energien und hier v.a. bei Solar und Windenergie. So könnten 17 Windkraft-Anlagen ca. zehn Prozent des Stromverbrauchs im Landkreis decken. Bei der Solarenergie hat FfE ein technisches Gesamtpotenzial von 574 Megawatt (MW) errechnet. Dazu müssten allerdings auf allen nutzbaren Dachflächen Photovoltaikanlagen installiert werden. Im Bestand gibt es im Landkreis derzeit 249 MW (inkl. Freiflächen-Anlagen).