Zusammenfassung der geschichtlichen Ereignisse des Landkreises Donau-Ries - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

 - 26. Juni 1972: letzte Sitzung des Kreistages Nördlingen von 9.10 Uhr bis 14.30
Gleichzeitig mit dem Ende des Altlandkreises Nördlingen war auch die Aufhebung der Kreisfreiheit der Stadt Nördlingen gekommen.

- 28.Juni 1972: Rieser Nachrichten bekunden Ende des Altlandkreises Nördlingen
Nach 120 Jahren kam es zum Ende des Landkreises.

- 1. Juli 1972:
  "Ende einer Epoche“
Nördlingen hatte nach Beschluss des bayerischen Landtags vom Juli 1949 mit Rückwirkung vom 1. April 1949 die 1940 von den Nazis zurückgenommen Kreisfreiheit wieder erhalten.

Donauwörth:

- 29. Juni 1972: letzte Sitzung des Kreistages Donauwörth um 9.30 bis 12 Uhr

1. Beschlussvorlage: Der Archivbestand des Landratsamtes einschließlich sämtlicher Unterlagen, zu verwahren und für die Zukunft in trockenen Räumen aufzuheben

2. Beschlussvorlage: Broschüre des Landkreises ( 50 Exemplare ) im Archiv aufheben und den Rest an Schulen, Bürgermeister- und Pfarrämter überlassen 

-30. Juni 1972  „Der alte Landkreis ist tot – es lebe der neue Großkreis“ (Donauwörther Zeitung)

- 1971/ 72: Durchsicht des Sitzungsprotokolls des Rieser Kreistages, zeigt dass das Thema Gebietsreform seit Beginn des Jahres 1971 immer wieder auf der Tagesordnung stand.

- 24. Februar 1971: informierte Landrat Dr. Schmidt den Kreistag, dass es zwei Varianten für die Bildung eines neues Landkreises ausgebarbeitet und eine dritte Lösungsmöglichkeit aufgezeigt worden sei:

1. Variante: Für Nordschwaben einen Großkreis mit den bisherigen Kreisen Dillingen, Donauwörth und Nördlingen
2. Variante: Umfasst neben dem Landkreis Nördlingen angrenzende Teile des Landkreises Dillingen, Donauwörth und Gunzenhausen 
3. Variante: Zusammenlegung der Landkreise Dillingen und Nördlingen einschließlich der beiden kreisfreien Städte vorsehen 

Ergebnis: 2. Variante sollte Vorzug haben! 

Es kam anders...

- 21. Juni 1971: neue Entwicklung, und zwar dass Landkreis Nördlingen mit dem Kreis Dinkelsbühl vereinigt werden sollte Rückschau verdeutlicht: dass seit Beginn des Jahres 1971 die Gebietsreform mehrfach behandelt wurde.

- 4. Februar 1971: Dienstbesprechung bei der Regierung von Schwaben.

- 10. Februar 1971: Treffen der Landräte in Meitingen und darauf verständigt, dass sie ohne Anhörung ihrer Kreistage keine Stellungnahme zur Gebietsreform abgeben wollten.

- 17. Februar 1971: wurde dies auch der Regierung von Schwaben mitgeteilt.

- 26. Februar 1971: stellte Landrat Dr. Popp dem Kreistag die von der Regierung von Schwaben vorgelegten Varianten vor. 

Er machte deutlich, dass er Variante 1 bevorzugte.

- 26. Februar 1971: billigte der Donauwörther Kreistag gemeinsam mit dem Bürgermeister des Landkreises einstimmig den Beschluss, die Zusammenfassung der unveränderten bisherigen Stadt- und Landkreises Dillingen, Donauwörth und Nördlingen zu einem großen nordschwäbischen Landkreis.

Was wurde daraus?

- 1. September 1971: gab der Landrat einen Kurzbericht über den Stand der Dinge: der Rieskreis hätte kaum eine Chance auf Umsetzung. Vielmehr würde ein Zusammenlegen der Landkreise Dinkelsbühl und Nördlingen möglich sein. Allerdings hatte das Ergebnis einer Volksabstimmung im Landkreis Dinkelsbühl ergeben, dass nur 35,5 Prozent dafür waren.

Bezüglich eines Zusammenschluss mit Donauwörth befände man sich noch im Wartestand.

- 14. September 1971: kam die Gebietsreform erneut auf das Tageprogramm
Neue Informationen: der Kreistag Dinkelsbühl hat mit 19 zu 16 Stimmen sich für einen Landkreis Dinkelsbühl- Nördlingen ausgesprochen.

Kreistag Nördlingen erfasste folgenden Beschluss:
    1. Partnerschaftliche Verbindung der Stadt- und Landkreise Dinkelsbühl Nördlingen.
    2. Zuordnung einer Reihe von Gemeinden und Gebiete im oberen Kesseltal, Raum 
    Wemding und Hahnenkamm.
    3. Die Stadt Nördlingen muss entsprechend ihrer bisherigen Mittelpunktsfunktion Amtssitz bleiben.

- 18. Oktober 1971: Sitzung Kreisausschusses und nächster Sachstandbericht 
Dort ist deutlich geworden dass ein Großkreis mit den bisherigen Landkreisen Donauwörth, Dillingen und Nördlingen nicht mehr realisierbar sei, favorisiert werde nach wie vor ein Kreis Dinkelsbühl-Nördlingen.

- 27. Oktober 1971:
gab Landrat Schmidt eine kurzen Überblick über die Situation in den beiden Nachbarkreisen Dinkelsbühl und Donauwörth.

- 28. Oktober 1971: skizzierte der Landrat noch einmal die Situation. Die Staatsregierung habe nun eine Zusammenlegung mit Donauwörth vorgeschlagen. Als vorläufiger Kreissitz sei Nördlingen vorgesehen.

- 15. November 1971: tagte erneut der Kreisausschuss. Hier konnte ein Abrücken von einem Zusammenschluss mit Dinkelsbühl beobachtet werden.

- Ende 1971: Das Thema Gebietsreform stand nur noch am Rande der Agenda des Rieser Kreistages.

- 6. September 1971: Der Kreistag berät erneut über die Gebietsreform. Es hatte sich aktuell eine neue Situation ergeben, denn die Variante eines Landkreises Nördlingen – Dinkelsbühl war nun gescheitert.

Landrat Dr. Popp informierte die Mitglieder des Kreistages über den Stand des Anhörungsverfahrens, das am 7. Juli 1971 in Gang gekommen war. Er wies darauf hin, dass im Verordnungsentwurf der Umfang des neu zu bildenden Landkreises Nördlingen / Donauwörth beschrieben sei, worüber nun lebhafte Diskussionen entbrannt seien.

Alle Fraktionen im Kreistag hielten an der Großlösung für einen neuen Landkreis fest (Zusammenfassung Dillingen, Donauwörth , Neuburg und Nördlingen).

Im Zusammenhang mit der lebhaften Diskussion im Kreistag fällt auch zum ersten mal der Begriff Donau-Ries-Kreis für die Viererlösung bzw. die Bezeichnung Donau-Kreis für die alternativ ausgedachte Dreierlösung (wenigsten drei der oben genannten Stadt – und Landkreise).

- 25. Oktober 1971: Zum dritten und letzten mal stand die Gebietsreform auf der Tagesordnung des Kreistages in Donauwörth
In Donauwörth wurde eine Aktionsgemeinschaft „Landkreis Donauwörth“ ins Leben gerufen, die unter Vorsitzt von Dr. Friedrich Drechsler 500 Plakate drucken und verteilen ließ. Unterschriften wurden gesammelt, Aufrufe und Resolutionen verfasst.

- 23. Oktober berichtete die Donauwörther Zeitung, dass bereits 14.124 Unterschriften gegen die Zusammenlegung mit Nördlingen gesammelt worden waren

- 28. Oktober 1971: hieß es in der Donauwörther Zeitung: Zwölf Tage danach, waren es bereits 27.125 Unterschriften. Damit hatten 68 Prozent der Bürger sich für einen eigenen Landkreis Donauwörth und gegen ein Zusammengehen mit Kreis und Stadt Nördlingen entschieden.

Das letzte Wort hat jedoch der Landtag, dem sich auch die Staatsregierung unterwerfen müsse. Es sei durchaus möglich, dass eine Zwangsehe Nördlingen – Donauwörth verfügt werde.

Die Bürgermeister des Landkreises Donauwörth sprachen sich einhellig gegen eine Zusammenlegung mit Nördlingen aus und für den Kreissitz in Donauwörth.

- 12.Januar 1972: Erste Sitzung des Kreistages
In der Zwischenzeit: die „Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte“ vom 27. Dezember 1971 wurde erlassen, der zu Folge am 1.Juli 1972 der Landkreis Nördlingen – Donauwörth gebildet wurde.

- 26. Juni 1972: Gebietsreform kam wieder in der Kreistagssitzung auf die Tagesordnung
 
Was geschah in Nördlingen? 

- 9. September 1971: Stellungnahme des Stadtrates , in der dieser erklärte, dass die Stadt seit 1956 ohne staatliche Schlüsselzuweisung in der Lage gewesen wäre, alle für die Daseinsvorsorge, für Bildung und Unterricht und für gesamte Infrastruktur erforderliche Einrichtung aus eigener Kraft zu schaffen.

- 28. Oktober 1971: Oberbürgermeister Dr. Kessler unterrichtete den Stadtrat darüber, dass nun eine Stellungnahme zum neuen Verordnungsentwurf der Staatsregierung abzugeben sei, der eben eine Zusammenlegung der Stadt Nördlingen mit den Landkreisen Nördlingen und Donauwörth zu einem neuen Landkreis vorsehen würde. 

- Sitzung 15. November 1971: Stadtrat Döbler schlug vor, dass sich der Stadtrat in Bezug auf das Volksbegehren äußern solle. 

- 29.Juni 1972: Oberbürgermeister Dr. Kessler formulierte, dass der heutige Tag in manchen kreisfreien Städten als schwarzer Freitag bezeichnet wird. Um 17.45 war die Sitzung zu Ende. Die Kreisfreiheit der Stadt Nördlingen war Geschichte, Nördlingen war nun Große Kreisstadt. Jedoch war die Frage des Kreissitzes noch nicht entschieden. 

- 1. Juli 1972: Einschnitt in die Geschichte der Stadt Nördlingen. Die Hoffnung, mit dem Landkreis Dinkelsbühl eine Einheit zu bilden, hat sich leider zerschlagen. 

- 21. September 1972: Stadtratssitzung. OB Dr. Kessler gab bekannt, dass der Kreistag am 25. September sein Votum darüber abzugeben habe ob Nördlingen oder Donauwörth Kreissitz werden solle. Man solle nun, laut OB , die jeweiligen Vorteile der beiden Städte herausstellen. 

- 10. April 1973: Donauwörth wurde zum Sitz der Kreisverwaltung bestimmt, der Landkreis erhielt die Bezeichnung „Donau-Ries“. Damit hatte der neue Landkreis seinen Namen erhalten!


Auflösung der Stadtpolizei und deren Eingliederung in die Landpolizei.