Mittelalter (700 - 1594) - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Die Frankenkönige teilten ihr Reich um die Mitte des 8. Jahrhunderts in 300 Gaue ein und gründeten zur Verwaltung derselben sog. "Königshöfe", die dem königlichen Gefolge auch als Stützpunkte bei Durchzügen dienten. Unsere bekanntesten Königshöfe sind im ehemaligen Riesgau die in Hohenaltheim und in Nördlingen ("Nordilinga") und im Sualafeldgau der von Gosheim.

Rund hundert Jahre später war die königliche Macht im damaligen Deutschland von den Franken auf die Sachsen übergegangen. König Heinrich I (919–936) und dessen Sohn Otto I. (936–973), ab 962 sogar deutscher Kaiser und Begründer des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" befestigten ihr Land mit unendlich vielen Burgen gegen die Feinde des Reichs. Auch im Ries geben zahlreiche Burghügel davon Kunde. Seit 1141 sind die Grafen zu Oettingen urkundlich bekannt. Durch geschickte Heiratspolitik erlangten sie nicht nur das Ries als Eigentum, sondern darüber hinaus zahlreiche Territorien rundum. Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte eine erste Teilung der Grafschaft zwischen zwei Brüdern, aus der 1539 rund hundert Jahre später zur Reformationszeit auch eine konfessionelle Teilung wurde. Es galt damals der Satz "Cuius regio, eius religio" (Wie der Herr, so das Gscher). Die Linie Oettingen-Oettingen war evangelisch geworden, während Oettingen-Wallerstein katholisch geblieben war. Luthers reformatorische Lehre, u. a. "von der Freiheit eines Christenmenschen", hatte zur Folge, dass sich die Bauern gegen die Standesherrschaften erhoben. 1525 durchzogen auch im Ries plündernde Bauernhaufen das Land, wobei die Klöster Maihingen und Auhausen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. In der Schlacht bei Ostheim im nahen Mittelfranken bereitete Markgraf Kasimir von Ansbach im Mai desselben Jahres dem Bauernaufstand ein blutiges Ende.

Nur zwanzig Jahre später überzog der Schmalkaldische Krieg das Ries mit weiterer Drangsal. Kaiser Karl V. zog mit seinen vor allem aus Spaniern bestehenden Truppen gegen das Heer der evangelischen Fürsten, Grafen und Reichsstädte und besiegte es vor den Toren Nördlingens.

Aber nicht nur die kriegerischen Auseinandersetzungen brachten den Riesbewohnern Leid und Bedrängnis, sondern auch die im 16. Jahrhundert einsetzenden Hexenverfolgungen. Besonders in Wemding und Nördlingen wüteten die Inquisitoren. Allein in der Riesmetropole mussten 35 Menschen ihr Leben lassen vornehmlich Frauen.