Das 20. Jahrhundert - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Als besonderes Ereignis zu Beginn des 20. Jahrhunderts darf die Eröffnung der Bahnstrecke Wemding-Nördlingen im Jahre 1903 gelten. Der "Wende-Hans", wie der kurze Zug mit seiner Dampflok im Volksmund hieß, verband nun das Ostries mit der heimlichen "Hauptstadt". Nördlingen wurde zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Rieses. Die Wirtschaft blühte auf und die bäuerliche Landwirtschaft erholte sich nach einigen schweren Jahren der Hungersnot.

Zum Stillstand kam diese Entwicklung durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges, wenn auch der Substanzverlust im Vergleich zu früheren Kriegen eher gering war.

Einschneidend war jedoch der 2. Weltkrieg mit seinen hohen Verlusten an Mensch und Material und dem nach 1945 einsetzenden Wandel der Gesellschaft durch den hohen Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Großer Fleiß und der Wille zum Wiederaufbau der Heimat siedelte Betriebe an, schuf Arbeit für alle und machte das Ries mit seinen an die hundert Dörfern und den Landstädten zu einem Bauern- und Kulturland eigener Prägung. 

1972 war die letzte große Gebietsreform. Grundlage war das damalige Neugliederungsgesetz vom 27. Dezember 1971. Im Rahmen dieser Reform wurde aus den Landkreisen Nördlingen und Donauwörth sowie der kreisfreien Stadt Nördlingen, dem Raum Rain des Landkreises Neuburg an der Donau und der Gemeinde Tapfheim sowie kleinere Teile des Landkreises Gunzenhausen ein neuer Landkreis gebildet, der zunächst den Namen Landkreis Nördlingen-Donauwörth erhielt. Die Umbenennung erfolgte am 01. September 1973 in den Landkreis Donau-Ries. Vorläufiger Kreissitz war Nördlingen. 1973 wurde schließlich Donauwörth als endgültiger Kreissitz festgelegt. Nördlingen erhielt aufgrund des Verlusts der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Am 01. Januar 1998 wurde Donauwörth ebenfalls zur Großen Kreisstadt erklärt, da Donauwörth bis 1940 kreisfrei war.